Anwalt für Doping-Strafrecht: Verteidigung nach dem Anti-Doping-Gesetz
Ihnen wird ein Verstoß gegen das Anti-Doping-Gesetz vorgeworfen? Machen Sie keine Angaben. Rechtsanwalt Dubravko Mandic, Fachanwalt für Strafrecht, verteidigt bundesweit bei Besitz und Handel von Dopingmitteln und stimmt das Strafverfahren mit dem Sportverfahren ab.
Doping-Strafrecht: das Wichtigste in Kürze
Das Anti-Doping-Gesetz (AntiDopG) stellt seit Dezember 2015 den Handel mit Dopingmitteln, ihre Anwendung bei anderen, den Besitz nicht geringer Mengen und das Selbstdoping im organisierten Sport unter Strafe.
- Handel und Weitergabe: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, in besonders schweren Fällen, etwa bei Gewerbsmäßigkeit oder Abgabe an Minderjährige, ein bis zehn Jahre (§ 4 AntiDopG).
- Besitz: strafbar ab der nicht geringen Menge, die für jeden Wirkstoff gesondert festgelegt ist, auch für Freizeitsportler.
- Selbstdoping: strafbar für Spitzensportler im Testpool und für Sportler mit erheblichen Einnahmen aus dem Sport (§ 3 AntiDopG).
- Zwei Verfahren: Athleten droht neben dem Strafverfahren ein Verfahren nach dem NADA-Code mit Wettkampfsperre.
- Erste Regel: keine Angaben gegenüber Polizei, Zoll oder NADA, bevor die Verteidigung Akteneinsicht hatte.
Was das Anti-Doping-Gesetz unter Strafe stellt
Doping bezeichnet die Steigerung der Leistungsfähigkeit mit verbotenen Wirkstoffen oder Methoden. Welche Stoffe und Methoden verboten sind, folgt der Verbotsliste, auf die das Anti-Doping-Gesetz Bezug nimmt; die Mengengrenzen legt die Dopingmittel-Mengen-Verordnung fest. Strafbar ist der Umgang mit Dopingmitteln nur, wenn er dem Doping im Sport dient. Die ärztlich verordnete Behandlung bleibt erlaubt.
Handel und Inverkehrbringen
Herstellen, Handeltreiben, Veräußern, Abgeben, sonstiges Inverkehrbringen und Verschreiben von Dopingmitteln zum Zweck des Dopings (§ 2 Abs. 1 AntiDopG). Schon der Verkauf weniger Ampullen an Trainingspartner kann darunter fallen.
Anwendung bei anderen
Wer Dopingmittel oder verbotene Methoden bei einem anderen anwendet, macht sich strafbar (§ 2 Abs. 2 AntiDopG). Das betrifft vor allem Trainer, Betreuer und Ärzte, die zudem berufsrechtliche Folgen fürchten müssen.
Besitz nicht geringer Mengen
Erwerb, Besitz und das Verbringen nach Deutschland sind strafbar, sobald die nicht geringe Menge erreicht ist (§ 2 Abs. 3 AntiDopG). Die Grenzen sind je Wirkstoff festgelegt und niedrig; sie gelten für Freizeitsportler ebenso wie für Profis.
Selbstdoping im organisierten Sport
Wer sich ohne medizinische Indikation dopt, um sich in einem Wettbewerb des organisierten Sports einen Vorteil zu verschaffen, macht sich strafbar (§ 3 AntiDopG). Das gilt für Spitzensportler im Testpool und für Sportler, die aus dem Sport erhebliche Einnahmen erzielen.
Bei Handel, Weitergabe, Anwendung bei anderen und Besitz nicht geringer Mengen beträgt der Strafrahmen Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. In besonders schweren Fällen, etwa bei gewerbs- oder bandenmäßigem Handeln, bei Abgabe an Minderjährige oder bei Gefährdung der Gesundheit einer großen Zahl von Menschen, drohen ein bis zehn Jahre Freiheitsstrafe (§ 4 Abs. 4 AntiDopG). Auch fahrlässiges Handeln ist strafbar.

Anabolika, Testosteron, Peptide: Ist der Besitz strafbar?
Anabole Steroide wie Testosteron, Nandrolon, Trenbolon oder Stanozolol stehen auf der Verbotsliste. Ihr Besitz ist nach dem Anti-Doping-Gesetz strafbar, wenn er dem Doping im Sport dient und die nicht geringe Menge erreicht. Unterhalb dieser Grenze bleibt der Besitz zum Eigengebrauch im Freizeitsport nach dem Anti-Doping-Gesetz straflos; Handel und Weitergabe sind es nie.
Wann die nicht geringe Menge erreicht ist, hängt vom Wirkstoff ab. Die Grenzen sind schnell überschritten: Bei manchen Stoffen genügen wenige Ampullen oder eine Tablettenpackung. Maßgeblich ist der tatsächliche Wirkstoffgehalt, den ein Labor bestimmt. Dass Präparate vom Schwarzmarkt häufig unterdosiert sind, kann deshalb zugunsten des Beschuldigten wirken.
Testosteron ist verschreibungspflichtig und darf bei medizinischer Indikation auf Rezept angewendet werden. Wer es ohne Indikation im Internet bestellt, verlässt diesen Rahmen. Bei Peptiden ist zu unterscheiden: Viele Peptidhormone und Wachstumsfaktoren fallen unter das Anti-Doping-Gesetz, andere als Forschungschemikalien angebotene Stoffe können als nicht zugelassene Arzneimittel unter das Arzneimittelgesetz fallen. Dass ein Stoff frei im Internet angeboten wird, macht ihn nicht legal.
Den Unterschied zum Betäubungsmittelrecht erläutert der Beitrag Doping & Strafbarkeit, einen typischen Fall der Ratgeber Trenbolon als Dopingmittel.
Wer betroffen ist
Verfahren nach dem Anti-Doping-Gesetz richten sich längst nicht nur gegen Profis. Die Ermittlungsbehörden haben vor allem den Handel im Blick und stoßen dabei auf Käufer und Weiterverkäufer aus dem Freizeitsport.
Freizeit- und Kraftsport
Die meisten Verfahren treffen Freizeitsportler aus Fitnessstudios, meist wegen des Besitzes nicht geringer Mengen anaboler Steroide oder wegen der Weitergabe an Trainingspartner.
Leistungssport
Für Athleten im Testpool ist Selbstdoping strafbar. Ein positiver Test bedeutet aber nicht automatisch eine Verurteilung: Probennahme, Analyse, Grenzwerte und Verschulden lassen sich überprüfen.
Trainer, Ärzte und Betreuer
Wer Dopingmittel verschreibt, beschafft oder verabreicht, riskiert neben einer Freiheitsstrafe berufsrechtliche Folgen bis zum Widerruf der Approbation.
Bestellung im Internet
Wer Präparate im Ausland bestellt, gerät häufig über Zollkontrollen oder über Kundendaten sichergestellter Onlineshops ins Visier. Ermittlungen werden dann oft gegen viele Besteller zugleich eingeleitet.
Strafverfahren und NADA-Verfahren: zwei Verfahren, eine Strategie
Neben dem Strafverfahren läuft für Athleten häufig ein sportrechtliches Verfahren nach dem NADA-Code mit drohender Wettkampfsperre. Beide Verfahren folgen unterschiedlichen Regeln. Im Strafverfahren muss die Schuld bewiesen werden, und niemand muss sich selbst belasten. Im Sportrecht haftet der Athlet dagegen grundsätzlich für jede verbotene Substanz in seinem Körper, und seine Mitwirkung kann die Sperre verkürzen.
Gerade daraus entsteht die Gefahr: Eine Einlassung, die im Sportverfahren die Sperre verkürzen soll, kann im Strafverfahren als Geständnis verwertet werden, und umgekehrt. Staatsanwaltschaften und Gerichte dürfen der NADA Informationen aus dem Strafverfahren übermitteln (§ 8 AntiDopG). Beide Verfahren müssen deshalb von Anfang an aufeinander abgestimmt werden.
Durchsuchung, Zoll, Vorladung: So sollten Sie handeln
In Baden-Württemberg führt eine Schwerpunktabteilung der Staatsanwaltschaft Freiburg die Dopingverfahren landesweit, in Bayern die Staatsanwaltschaft München I. Die Ermittlungen beginnen häufig mit einer Durchsuchung, einer Sicherstellung durch den Zoll oder einer Vorladung der Polizei.
Ruhe bewahren
Bewahren Sie Ruhe und unternehmen Sie nichts, was Sie später bereuen könnten. Diskutieren Sie bei einer Durchsuchung nicht mit den Beamten und leisten Sie keinen Widerstand.
Schweigen
Nutzen Sie Ihr Recht, keine Angaben zur Sache zu machen, gegenüber Polizei, Zoll und Staatsanwaltschaft ebenso wie gegenüber der NADA. Zu einer polizeilichen Vernehmung als Beschuldigter müssen Sie nicht erscheinen.
Verteidiger einschalten
Nehmen Sie so schnell wie möglich Kontakt zu einem Verteidiger auf, im Notfall rund um die Uhr unter +49 172 712 72 78.
Akteneinsicht
Die Verteidigung beantragt Akteneinsicht. Erst danach wird entschieden, ob und wie Sie sich äußern und welche Lösung in Betracht kommt, von der Einstellung bis zur Verständigung.
Verfahren wegen Besitzes oder geringfügiger Weitergabe können oft ohne Hauptverhandlung beendet werden, etwa durch eine Einstellung gegen Auflage. Das setzt voraus, dass zuvor keine unbedachten Angaben gemacht wurden.
Verteidigung im Doping-Strafrecht: Leistungen der Kanzlei Mandic
Rechtsanwalt Dubravko Mandic ist Fachanwalt für Strafrecht und verteidigt seit 2011 bundesweit, auch in Verfahren nach dem Anti-Doping-Gesetz und dem Arzneimittelgesetz. Doping-Strafrecht berührt eng das Betäubungsmittelstrafrecht: Mengengrenzen, Wirkstoffgutachten und Ermittlungen im Umfeld von Onlinehandel und Zoll folgen ähnlichen Mustern.
- Akteneinsicht und Prüfung der Durchsuchung und Sicherstellung
- Prüfung des Wirkstoffgutachtens und der nicht geringen Menge
- Abgrenzung von Eigengebrauch und Handel
- Abstimmung von Strafverfahren und Sportverfahren nach dem NADA-Code
- Verteidigung vom Ermittlungsverfahren bis zur Hauptverhandlung, bundesweit
Der erste Anruf ist kostenlos; das Erstgespräch kostet 238 € brutto.
Häufige Fragen zum Doping-Strafrecht
Ist der Besitz von Anabolika strafbar?
Nach dem Anti-Doping-Gesetz ist der Besitz strafbar, wenn er dem Doping im Sport dient und die nicht geringe Menge erreicht, die für jeden Wirkstoff gesondert festgelegt ist. Das gilt auch für Freizeitsportler. Handel und Weitergabe sind unabhängig von der Menge strafbar.
Ist Selbstdoping strafbar?
Ja, für Spitzensportler im Testpool und für Sportler, die aus dem Sport erhebliche Einnahmen erzielen, wenn sie sich ohne medizinische Indikation dopen, um sich in einem Wettbewerb des organisierten Sports einen Vorteil zu verschaffen (§ 3 AntiDopG). Für reine Freizeitsportler ist die eigene Anwendung nicht strafbar.
Wo ist geregelt, welche Mittel als Doping gelten?
Im Anti-Doping-Gesetz. Es verweist für die verbotenen Stoffe und Methoden auf die Verbotsliste des Internationalen Übereinkommens gegen Doping im Sport, die der Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur entspricht. Welche Mengen als nicht gering gelten, legt die Dopingmittel-Mengen-Verordnung fest; die Strafvorschriften stehen in § 4 AntiDopG.
Wie viel Testosteron darf man besitzen?
Strafbar ist der Besitz zu Dopingzwecken ab der nicht geringen Menge, die die Dopingmittel-Mengen-Verordnung für Testosteron und seine Ester festlegt. Maßgeblich ist der Wirkstoffgehalt, nicht die Zahl der Ampullen. Mit ärztlicher Verschreibung und medizinischer Indikation ist der Besitz erlaubt.
Was passiert, wenn man mit Testosteron erwischt wird?
Die Präparate werden sichergestellt und auf ihren Wirkstoffgehalt untersucht, und es wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Liegt die Menge unter der Grenze und spricht nichts für Handel, wird das Verfahren nach dem Anti-Doping-Gesetz in der Regel eingestellt. Machen Sie bis zur Akteneinsicht keine Angaben.
Sind Peptide in Deutschland legal?
Nicht ohne Weiteres. Viele Peptidhormone und Wachstumsfaktoren stehen auf der Verbotsliste des Anti-Doping-Gesetzes. Andere als Forschungschemikalien angebotene Peptide können als nicht zugelassene Arzneimittel unter das Arzneimittelgesetz fallen.
Was droht bei einer Bestellung von Dopingmitteln im Ausland?
Der Zoll kann die Sendung sicherstellen und an die Staatsanwaltschaft abgeben. Das Verbringen nach Deutschland ist ab der nicht geringen Menge strafbar; bei größeren Mengen oder mehreren Bestellungen prüfen die Ermittler außerdem, ob Handel vorliegt.
Welche Strafe droht nach dem Anti-Doping-Gesetz?
Für Handel, Weitergabe, Anwendung bei anderen und Besitz nicht geringer Mengen Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, in besonders schweren Fällen ein bis zehn Jahre. In der Praxis enden viele Verfahren mit einer Geldstrafe oder einer Einstellung, abhängig von Menge, Vorstrafen und Verteidigung.
Was droht bei einem positiven Dopingtest?
Für Athleten im Testpool ein Strafverfahren wegen Selbstdopings und parallel die sportrechtliche Sperre. Wichtig: keine vorschnellen Erklärungen gegenüber NADA oder Ermittlern, bevor die Verteidigung beide Verfahren abgestimmt hat.
Verteidigt die Kanzlei Mandic bundesweit?
Ja. Rechtsanwalt Dubravko Mandic übernimmt Mandate im gesamten Bundesgebiet, von den Standorten Freiburg, Leipzig und München aus.
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