Anwalt für Ausländerrecht: Aufenthalt, Einbürgerung und Abschiebungsschutz
Rechtsanwalt Dubravko Mandic vertritt seit über einem Jahrzehnt Staatsangehörige der EU und aus Drittstaaten gegenüber Ausländerbehörden und Verwaltungsgerichten: bei Aufenthaltserlaubnis und Niederlassungserlaubnis, Einbürgerung, Familiennachzug und drohender Abschiebung.
Ausländerrecht: das Wichtigste in Kürze
Das Ausländerrecht, heute meist Migrationsrecht genannt, regelt Einreise, Aufenthalt, Erwerbstätigkeit und Aufenthaltsbeendigung von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Seine wichtigsten Grundlagen sind das Aufenthaltsgesetz, das Asylgesetz und das Staatsangehörigkeitsgesetz.
- Rechtzeitig verlängern: Wer die Verlängerung vor Ablauf des Aufenthaltstitels beantragt, bleibt bis zur Entscheidung rechtmäßig in Deutschland (§ 81 Abs. 4 AufenthG).
- Einbürgerung: Sie ist in der Regel nach fünf Jahren rechtmäßigen Aufenthalts möglich; die Einbürgerung nach drei Jahren ist seit Herbst 2025 abgeschafft. Die bisherige Staatsangehörigkeit muss nicht mehr aufgegeben werden.
- Untätige Behörde: Entscheidet die Behörde ohne zureichenden Grund nicht innerhalb von drei Monaten, ist in der Regel die Untätigkeitsklage zulässig (§ 75 VwGO).
- Ablehnung: Gegen einen Bescheid der Ausländerbehörde bleibt meist ein Monat für Widerspruch oder Klage. Den Aufenthalt während des Verfahrens sichert oft nur ein Eilantrag.
- Kosten: Der erste Anruf ist kostenlos, das Erstgespräch kostet 238 € brutto. Für ein Gerichtsverfahren kann Prozesskostenhilfe beantragt werden.
Ausländerrecht und Migrationsrecht: worum es geht
Ausländerrecht und Migrationsrecht bezeichnen dasselbe Rechtsgebiet. Es entscheidet darüber, ob ein Mensch nach Deutschland einreisen, hier leben und arbeiten darf und unter welchen Voraussetzungen er Deutscher werden kann. Für Staatsangehörige der Europäischen Union und ihre Familien gilt mit dem Freizügigkeitsgesetz/EU ein eigenes, deutlich günstigeres Recht, für alle anderen das Aufenthaltsgesetz.
Problematisch ist regelmäßig nicht der erste Aufenthaltstitel, sondern die Verfestigung des Aufenthalts. Jeder Titel ist an einen Zweck gebunden: an die Ehe, an eine Beschäftigung, an ein Studium. Ändert sich die Lebenssituation, ändert sich oft auch die ausländerrechtliche Lage. Eine Trennung vom Ehepartner kann auch ohne rechtskräftige Scheidung eine Ausreiseaufforderung und eine Abschiebungsandrohung zur Folge haben; ein eigenständiges Aufenthaltsrecht entsteht in der Regel erst, wenn die eheliche Lebensgemeinschaft drei Jahre in Deutschland bestanden hat (§ 31 AufenthG).
Hinzu kommt die Praxis der Behörden. Viele Ausländerbehörden sind überlastet, Anträge bleiben monatelang unbearbeitet, Termine sind kaum zu bekommen. Nicht die Frage, ob die Voraussetzungen vorliegen, entscheidet dann über den Alltag der Betroffenen, sondern die Frage, wann die Behörde entscheidet. Das Gesetz gibt ihnen Mittel an die Hand, darauf Einfluss zu nehmen.
Die Tätigkeitsbereiche im Ausländerrecht
Die Kanzlei Mandic berät und vertritt im gesamten Aufenthalts- und Staatsangehörigkeitsrecht, außergerichtlich gegenüber den Behörden und vor den Verwaltungsgerichten.
Aufenthaltserlaubnis und Verlängerung
Erteilung, Verlängerung und Wechsel des Aufenthaltszwecks, Fiktionsbescheinigung und Ablehnung. Mehr dazu unter Aufenthaltserlaubnis.
Niederlassungserlaubnis und Daueraufenthalt
Der unbefristete Aufenthaltstitel setzt in der Regel fünf Jahre Aufenthaltserlaubnis, einen gesicherten Lebensunterhalt, 60 Monate Rentenbeiträge und Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 voraus (§ 9 AufenthG). Für Fachkräfte und Inhaber der Blauen Karte gelten kürzere Fristen.
Einbürgerung
Anspruchseinbürgerung nach fünf Jahren, Sprachnachweis, Lebensunterhalt, Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung und der Umgang mit Vorstrafen. Mehr dazu unter Einbürgerung.
Familiennachzug
Nachzug von Ehegatten und Kindern zu Deutschen und zu Ausländern mit Aufenthaltstitel (§§ 27 ff. AufenthG): Wohnraum, Lebensunterhalt, Sprachkenntnisse und das Visumverfahren bei der deutschen Auslandsvertretung.
Blaue Karte EU und Fachkräfte
Aufenthaltstitel zur Beschäftigung für Fachkräfte mit Berufsausbildung oder Hochschulabschluss, die Blaue Karte EU mit ihrem jährlich angepassten Mindestgehalt und der Arbeitgeberwechsel während des Aufenthalts.
Einreise, Einreiseverbot und Freizügigkeit
Einreiseverbote, die Feststellung des Verlusts der Freizügigkeit bei EU-Bürgern und Ausreiseuntersagungen. Im Verfahren um das Einreiseverbot gegen Martin Sellner setzte das Verwaltungsgericht Potsdam das Verbot außer Vollzug.
Abschiebung, Duldung und Ausweisung
Abschiebungsverbote, Duldung, Ausweisung und Einreise- und Aufenthaltsverbot, Eilanträge in letzter Minute. Mehr dazu unter Abschiebungsschutz.
Widerspruch, Klage und Eilantrag
Vertretung vor den Verwaltungsgerichten gegen ablehnende Bescheide, Untätigkeitsklage bei verzögerten Anträgen und Eilrechtsschutz, wenn der Aufenthalt während des Verfahrens gesichert werden muss.
Wenn die Ausländerbehörde nicht antwortet: Untätigkeitsklage
Lange Bearbeitungszeiten gehören zum Alltag vieler Ausländerbehörden. Nicht jede Verzögerung muss hingenommen werden. Hat die Behörde über einen Antrag ohne zureichenden Grund nicht in angemessener Frist entschieden, kann Klage beim Verwaltungsgericht erhoben werden, in der Regel frühestens drei Monate nach Antragstellung (§ 75 VwGO).
Die Untätigkeitsklage zwingt die Behörde nicht zu einer bestimmten Entscheidung, aber zu einer Entscheidung. Vorübergehende Überlastung kann eine Verzögerung rechtfertigen, nicht aber ein dauerhaftes Liegenlassen des Antrags.
Für die Zeit des Wartens gilt: Wer die Verlängerung seines Aufenthaltstitels rechtzeitig beantragt hat, bleibt rechtmäßig in Deutschland, denn der bisherige Titel gilt bis zur Entscheidung als fortbestehend (§ 81 Abs. 4 AufenthG). Die Behörde stellt darüber eine Fiktionsbescheinigung aus. Sie sichert den Status bis zur Entscheidung, ersetzt aber keine Prüfung der Voraussetzungen und schafft keine Sicherheit für die Zukunft.
Bevor geklagt wird
- Vollständigkeit des Antrags prüfen: Fehlende Unterlagen sind ein zureichender Grund für eine Verzögerung.
- Schriftlich nach dem Stand des Verfahrens fragen und eine Frist setzen.
- Eine Fiktionsbescheinigung verlangen, wenn der Aufenthaltstitel abläuft.
- Drei Monate seit Antragstellung abwarten, sofern nicht besondere Umstände eine frühere Klage rechtfertigen.
Ablehnung erhalten: Widerspruch, Klage, Eilantrag
Ein ablehnender Bescheid der Ausländerbehörde ist nicht das Ende des Verfahrens. Entscheidend ist, die Fristen zu wahren und den Aufenthalt während des Verfahrens zu sichern.
Bescheid und Frist prüfen
Maßgeblich ist die Rechtsbehelfsbelehrung am Ende des Bescheids. In der Regel bleibt ein Monat ab Zustellung. Fehlt die Belehrung oder ist sie unrichtig, verlängert sich die Frist auf ein Jahr (§ 58 Abs. 2 VwGO). Im Asylverfahren gelten deutlich kürzere Fristen.
Widerspruch oder Klage
Je nach Bundesland und Behörde ist zunächst Widerspruch einzulegen oder unmittelbar Klage beim Verwaltungsgericht zu erheben. Welcher Weg gilt, ergibt sich aus der Rechtsbehelfsbelehrung.
Eilantrag stellen
Widerspruch und Klage gegen die Ablehnung einer Aufenthaltserlaubnis haben keine aufschiebende Wirkung (§ 84 Abs. 1 AufenthG). Um eine Abschiebung während des Verfahrens zu verhindern, ist deshalb oft ein Eilantrag beim Verwaltungsgericht nötig (§ 80 Abs. 5 VwGO).
Begründen und nachweisen
Viele Ablehnungen beruhen auf fehlenden oder unvollständigen Nachweisen. Im Verfahren lassen sich Unterlagen nachreichen, Fehler der Behörde aufzeigen und Ermessensfehler rügen.
Was kostet ein Anwalt für Ausländerrecht?
Der erste Anruf ist kostenlos; das Erstgespräch kostet 238 € brutto. Die Kosten des weiteren Verfahrens richten sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz oder nach einer Vergütungsvereinbarung, die vor Beginn des Mandats geschlossen wird.
Im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht wird der Streitwert für einen Aufenthaltstitel in der Regel mit dem Auffangwert von 5.000 € je Person angesetzt (§ 52 Abs. 2 GKG); danach bemessen sich Gerichtskosten und gesetzliche Anwaltsgebühren. Verliert die Behörde, trägt sie die Kosten des Verfahrens einschließlich der gesetzlichen Anwaltsgebühren des Klägers (§ 154 Abs. 1 VwGO).
Wer die Kosten nicht aufbringen kann, kann für ein Gerichtsverfahren Prozesskostenhilfe beantragen, sofern die Klage hinreichende Aussicht auf Erfolg hat. Für die Beratung außerhalb eines Gerichtsverfahrens kommt Beratungshilfe in Betracht.
Ihr Anwalt für Ausländerrecht: Leistungen der Kanzlei Mandic
Rechtsanwalt Dubravko Mandic vertritt Mandanten in ausländer- und aufenthaltsrechtlichen Verfahren gegenüber Ausländerbehörden, Einbürgerungsbehörden und Verwaltungsgerichten, bundesweit.
- Prüfung des Aufenthaltsstatus und der Möglichkeiten, ihn zu verfestigen
- Anträge auf Erteilung und Verlängerung von Aufenthaltstiteln, Niederlassungserlaubnis und Einbürgerung
- Akteneinsicht bei der Ausländerbehörde
- Sachstandsanfragen und Untätigkeitsklage
- Widerspruch, Klage und Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht
- Vertretung bei drohender Abschiebung, Ausweisung und Einreiseverbot
Ausländerrechtliche Fragen stellen sich häufig neben einem Strafverfahren: Eine Verurteilung kann eine Ausweisung nach sich ziehen, eine Verlängerung verhindern und eine Einbürgerung ausschließen. Als Fachanwalt für Strafrecht hat Rechtsanwalt Dubravko Mandic beide Seiten im Blick, die Strafverteidigung und ihre aufenthaltsrechtlichen Folgen.
Häufige Fragen zum Ausländerrecht
Was macht ein Anwalt für Ausländerrecht?
Er berät und vertritt Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, ihre Familien und Arbeitgeber gegenüber Ausländerbehörden, Auslandsvertretungen, Einbürgerungsbehörden und Verwaltungsgerichten: bei Anträgen auf Aufenthaltstitel und Einbürgerung, bei Ablehnungen, bei Untätigkeit der Behörde und bei drohender Abschiebung.
Ist Ausländerrecht dasselbe wie Migrationsrecht?
Im Wesentlichen ja. „Migrationsrecht“ ist der heute gebräuchlichere Oberbegriff. Er umfasst das Aufenthaltsrecht, das Asylrecht und das Staatsangehörigkeitsrecht.
Was kostet ein Anwalt für Ausländerrecht?
Der erste Anruf ist kostenlos, das Erstgespräch kostet 238 € brutto. Die weiteren Kosten richten sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz oder nach einer Vergütungsvereinbarung und werden vor Beginn des Mandats besprochen.
Wer zahlt den Anwalt, wenn man kein Geld hat?
Für ein Gerichtsverfahren kann Prozesskostenhilfe beantragt werden, wenn die Klage hinreichende Aussicht auf Erfolg hat und das eigene Einkommen nicht ausreicht. Für die Beratung außerhalb eines Gerichtsverfahrens kommt Beratungshilfe in Betracht; den Berechtigungsschein stellt das Amtsgericht aus.
Wie lange darf die Ausländerbehörde für eine Entscheidung brauchen?
Eine feste gesetzliche Bearbeitungsfrist gibt es nicht. Entscheidet die Behörde über einen vollständigen Antrag ohne zureichenden Grund nicht innerhalb von drei Monaten, kann in der Regel Untätigkeitsklage beim Verwaltungsgericht erhoben werden (§ 75 VwGO).
Was passiert, wenn mein Aufenthaltstitel abläuft, bevor die Behörde entscheidet?
Wer die Verlängerung vor Ablauf beantragt hat, bleibt rechtmäßig in Deutschland; der bisherige Titel gilt bis zur Entscheidung als fortbestehend (§ 81 Abs. 4 AufenthG). Die Behörde bescheinigt das mit einer Fiktionsbescheinigung. Wird der Antrag erst nach Ablauf gestellt, tritt diese Wirkung nur ausnahmsweise ein.
Was passiert, wenn der Aufenthaltstitel abgelehnt wird?
Die Behörde setzt in der Regel eine Frist zur Ausreise und droht die Abschiebung an. Gegen die Ablehnung kann meist innerhalb eines Monats Widerspruch oder Klage erhoben werden. Weil diese keine aufschiebende Wirkung haben, ist oft zusätzlich ein Eilantrag beim Verwaltungsgericht nötig.
Darf ich ohne Aufenthaltstitel arbeiten?
Grundsätzlich nicht. Wer einen Aufenthaltstitel besitzt, darf arbeiten, soweit das Gesetz es nicht ausschließt (§ 4a AufenthG). Mit einer Duldung oder Aufenthaltsgestattung ist eine Beschäftigung nur mit gesonderter Erlaubnis der Ausländerbehörde zulässig. Wer ohne Erlaubnis arbeitet, riskiert ein Bußgeld und gefährdet seinen weiteren Aufenthalt.
Was ändert sich 2026 im Ausländerrecht?
Seit dem 12. Juni 2026 gilt die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems; viele Regeln des Asylverfahrens ergeben sich seitdem unmittelbar aus EU-Verordnungen. Für die Einbürgerung gilt seit Herbst 2025 wieder einheitlich eine Mindestaufenthaltsdauer von fünf Jahren. Welche Änderung den eigenen Fall betrifft, ist im Einzelfall zu prüfen.
Vertritt die Kanzlei Mandic auch EU-Bürger?
Ja. Rechtsanwalt Dubravko Mandic vertritt seit über einem Jahrzehnt Staatsangehörige der EU ebenso wie Menschen aus Drittstaaten. Für EU-Bürger gilt das Freizügigkeitsgesetz/EU; Streit entsteht dort vor allem, wenn die Behörde den Verlust der Freizügigkeit feststellen will.
Ausländerrecht an unseren Standorten
Wir vertreten Mandanten bundesweit. Für Ihren Ort finden Sie hier Gericht, Ablauf und Ansprechpartner.
Aufenthaltsrechtliche Fragen?
Fristen im Ausländerrecht sind kurz, und Behörden entscheiden nicht immer rechtzeitig. Rufen Sie an: Die Kanzlei Mandic prüft Ihren Aufenthaltsstatus und sagt Ihnen, welche Schritte jetzt nötig sind.
